Du möchtest mit dem Journalen beginnen, hast aber keine Ahnung, wo du genau anfangen sollst? Oder du schreibst schon seit einiger Zeit, kannst aber nicht so richtig einen Mehrwert drin finden für dich? Du merkst zwar, dass es dir irgendwie gut tut, aber so richtig überzeugt bist du noch nicht davon? Dann ist es Zeit, dass du dir aktiv Gedanken dazu machst, welche Journal-Routine zu dir und deinem Leben passt. Denn nur so kannst du einen Mehrwert aus dem Schreiben für dich ziehen.

1. WARUM: Was möchte ich mit meiner Journal-Routine erreichen?

Die aller erste Frage, die du dir selbst stellen solltest, ist: Warum? Warum möchte ich ein Journal führen? Was möchte ich mit dem Journalen erreichen? Was ist deine Absicht, die dahinter steht Bei fast allem, was wir im Leben anfangen, ist es sinnvoll zunächst einmal die Fragen nach dem „Warum?“ zu klären. Aufgaben und Tätigkeiten, die auf einem starken Warum basieren halten wir länger durch und denen gehen wir regelmäßiger nach. Außerdem hilft uns ein guter Grund, wenn wir nach der ersten Anfangsmotivation feststellen, dass es mal nicht so gut läuft. Werde dir also klar darüber, was dein Antrieb ist. Werde dir klar über dein „Warum?“.

Warum möchtest du journalen? Was möchtest du mit dem Schreiben erreichen?

2. WIE LANG: Wie viel Zeit kann ich für meine Journal-Routine investieren?

Eine Journal-Routine lebt von ihrer Regelmäßigkeit. Am besten gehst du dem Journalen täglich nach. Das Wort Journal kommt übrigens aus dem Französischen und heißt „täglich“. Überlege dir also, wie viel Zeit du pro Tage für das Journalen investieren kannst. Das müssen keine Stunden sein. Wenige Minuten pro Tag reichen meistens vollkommen aus. Aber denke daran: jeden Tag!

Für den Start ist es zusätzlich sinnvoll einen Zeitraum von ein paar Wochen festzulegen, in denen du dir versprichst deine neue Routine wirklich jeden Tag ohne Ausnahme zu leben. Für Frauen empfehle ich grundsätzlich ein Minimum von vier Wochen (Lies hier, warum Frauen eine Journal-Routine mindestens vier Wochen durchhalten sollten). In dieser Zeit gilt: Einfach machen!

Ich empfehle dir in der ersten Zeit nicht groß zu hinterfragen und jeden Tag zu überlegen, ob du schon eine Wirkung oder Ergebnisse siehst. Lass sich diese neue Routine erst einmal entfalten. Gib euch Zeit – dir und deiner Routine. Bei einer jungen Tomatenpflanze schaust du in den ersten Wochen auch nicht jeden Tag, ob schon reife Tomaten dran hängen und zweifelst, weil du noch keine siehst. Du weißt ja, dass sie kommen, wenn es soweit ist. Geh ins Vertrauen und mach einfach. Das ist der erste Schritt!

3. WANN: Zu welcher Tageszeit lässt sich das Schreiben am besten in meinen Alltag integrieren?

Überlege dir außerdem, zu welcher Tageszeit du das Schreiben am besten in deinen Alltag integrieren kannst. Nach meiner Erfahrung müssen das keine komplett fixen Zeiten sein, wie jeden Tag um 4:44 Uhr. Viel besser ist es, wenn du es an andere Routinen in deinen Alltag knüpfst, wie beispielsweise nach dem Aufstehen, nach dem Zähne putzen am Abend oder vor dem Frühstücken (vorausgesetzt du frühstückst auch jeden Tag). Wähle hier komplett frei, wann es sich für dich am besten anfühlt dir diese Zeit zu nehmen.

Wenn du schon weißt, auf welches Thema du dich in den ersten Wochen deiner neuen Journal-Routine fokussieren möchtest, kannst du zusätzlich noch den Gedanken mit einfließen lassen, wann genau dieses Thema besonders präsent ist oder du die Muse hast, dich damit zu beschäftigen. Es gibt durchaus Themen, die zu bestimmten Tageszeiten leichter zu reflektieren sind als zu anderen. Hör im Zweifel auf dein Gefühl, damit liegst du immer richtig!

4. WOMIT: Wie (mit welchen Materialen) schreibe ich am liebsten?

Grundsätzlich empfehle ich mit der Hand zu schreiben. Denn ja, es macht einen Unterschied, ob du tippst oder mit der Hand schreibst. Das Schreiben mit der Hand ist die Form, in der wir das Schreiben ursprünglich einmal gelernt haben. Studien zeigen, dass das Schreiben mit der Hand ganz nebenbei unsere kognitiven Fähigkeiten schult. Solltest du absolut keine Möglichkeit oder sehr triftige Gründe haben, ist das Schreiben am Laptop, Smartphone oder Tablet natürlich immer noch besser als gar nicht zu schreiben!

Wenn du jedoch vor hast mit der Hand zu schreiben, rate ich dir, dir dringend drüber Gedanken zu machen, welches Materialen du verwendet. Das mag auf den ersten Blick etwas verwirrend klingen und vermutlich denkst du dir jetzt: Stift und Papier? Und damit hast du absolut recht.

Meine Frage zielt darauf ab: Welchen Stift und welches Papier? Denke daran, du schreibst ab jetzt täglich. Nichts ist nerviger als ein schlecht schreibender Kugelschreiber, schlechtes Papier, dass zu viel Tinte saugt oder danach alles verschmiert. Die Frage nach dem richtigen Arbeitsmaterialien wird in meinen Augen viel zu oft unterschätzt und ist mit einer der Gründe, warum man das Schreiben als anstrengend empfindet und irgendwann wieder aufgibt.

Journalen ist ohnehin eine sehr kostengünstige und gleichzeitig so effektive Selbstcoaching-Methode, sei es dir wert dir Material zu besorgen, das dich bei deiner Journal-Routine unterstützt und nicht hemmt.

5. WO: Wo finde ich Ruhe und Konzentration fürs Schreiben?

Neben der Frage nach Zeit und Material ist natürlich auch die Frage des Orts eine Überlegung am Anfang wert. Wo findest du einen Ort, an dem du in der von dir vorhin festgelegten Zeitspanne und zu deiner angegeben Tageszeit Ruhe zum Schreiben findest? Stelle dir das Journalen wie ein gutes Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin vor. Du würdest dabei auch nicht gerne alle zwei Minuten unterbrochen und abgelehnt werden, weil du so überhaupt nicht mitbekommst, was dir dein Gegenüber zu sagen hat. Das Gespräch wird unverständlich und hat am Ende vermutlich auch keinen roten Faden.

Für die Zeit deiner Journal-Routine ist es also wichtig einen ruhigen Ort mit möglichst wenig Ablenkung für dich zu finden, an dem du dich voll und ganz auf das Gespräch mit dir selbst konzentrieren kannst. Das kann morgens im Bett sein, auf einer Parkbank, im Garten, am Fenster oder wo immer du dich wohl fühlst. Falls es einen Ort gibt, an dem dein aktuelles Thema sehr präsent ist, kannst du auch überlegen, diesen Ort zum Journalen zu nutzen.

Gerade zu Beginn einer neuen Routine ist es gut, immer am gleichen Ort und zu einer ähnlichen Zeit zu schreiben, damit sich die Routine etablieren kann. Bist du nach ein paar Wochen schon etwas routinierter kannst du auch neue Orte ausprobieren.

6. Anfangen: Schreib los!

Nun hast du die nötigen Bestandteile deiner Routine zusammen. Damit die Theorie nun Praxis wird heißt es: Anfangen! Am besten ist natürlich, du fängst sofort an. Jetzt gleich, noch heute.

Aber ja, ich kenne das, vielleicht ist es „jetzt sofort gleich“ nicht möglich. Ist okay – unter einer Bedingung: Lege jetzt gleich einen Zeitpunkt fest, zu dem du startest und zu dem du falls nötig alle Vorbereitungen getroffen hast (z. B. Notizbuch besorgen).

Schreiben dir dieses Datum auf einen Zettel und hefte es an deinen Kühlschrank oder einen anderen Ort, an dem du mehrmals täglich vorbeikommst. Und wenn der Tag gekommen ist, halte dir selbst dein Versprechen und fang an! Die meisten Dinge im Leben scheitern, weil wir erst gar nicht anfangen. Du bist anders!

7. Bleiben offen für Veränderungen in deiner Journal-Routine!

Ja du sollst deine neue Routine erst einmal vier Wochen durchhalten. Das heißt, aber nicht, dass du jetzt nie wieder etwas daran ändern kannst und sollst. Ganz im Gegenteil. Du wirst merken, dass die erste Planung nicht perfekt war oder es zumindest irgendwann nach einiger Zeit nicht mehr sein wird. Oft vergessen wir am Anfang etwas, weil wir es eben noch gar nicht wissen können, bevor wir es das erste Mal gemacht haben. Das passiert auch bei noch so guter Planung. Oder aber wir verändern uns (weil sich ständig alles ändert) und irgendwann passt unsere Routine dann einfach nicht mehr zu uns. Das heißt nicht, dass es gar nicht mehr passt, aber es wird unter Umständen Kleinigkeiten geben, die du nachbessern kannst.

Trotzdem ändere gerade in der Anfangsphase bitte nicht jeden Tag etwas an deiner Routine. Auch Unangenehmes gilt es ab und an auszuhalten – und in der Regel solltest es mit deinen Gedanken zur Planung vorab ja gut mit dir selbst gemeint haben. Sei aber in jedem Fall (auch in der Anfangsphase) sehr achtsam und beobachte dich gut. Immer mit der Frage im Hinterkopf: Wie könnte ich meine Journal-Routine noch optimieren, damit sie mir noch mehr dient?

Antworten darauf gerne schriftlich festhalten 😉 Oder je nach Journaltyp, für den du dich entscheidest, auch direkt dort notieren. Ausreden, die dein innerer Schweinehund dir einzureden versucht und dich damit vom Schreiben abhalten will, gelten übrigens nicht! Gehe einfach hin und wieder die Schritte in diesem Artikel durch und schau, ob es zu den einzelnen Punkten etwas zu verbessern gibt.

 

 

Wie gestaltest du deine Journal-Routine, damit sie zu dir passt? Welche Art von Journal nutzt du? Schreib mir gerne in die Kommentare!