Ein Journal, das dir hilft deine Ziele zu erreichen, klingt auf den ersten Blick unglaublich verlockend. Es ist auch eine wundervolle Methode, um sein Leben langfristig den eigenen Zielen anzupassen und diese umzusetzen. Dennoch ist es nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Von vielen höre ich, dass das tägliche Formulieren von Zielen sie mehr stresst und unter Druck setzt, als dass es sie unterstützt. Andere sind frustriert, weil die aufgeschriebenen Ziele nicht erreicht werden. All das kann ich verstehen und sehr gut nachvollziehen. Ich habe selbst den Fehler gemacht und geglaubt, dass es reicht, einfach alles aufzuschreiben, was ich mir wünsche und schon wird es in Erfüllung gehen. Ganz so einfach ist es nicht, aber das ist vielleicht auch gut so.

In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie du dich auf dein Zieljournal vorbereitest, dass es dir langfristig dient und dich dabei unterstützt deine Ziele zu verwirklichen.

Das Problem mit den Zielen

Sich Ziele zu setzen ist an sich etwas sehr gutes. Das Problem mit Zielen entsteht immer dann, wenn sie nicht zu uns passen. Das heißt nicht, dass du keine großen Ziele haben darfst. Es heißt auch nicht, dass du keine fast schon unvorstellbaren Ziele haben darfst. Träum ruhig groß und absolut fantastisch, wild und frei. Es heißt auch nicht, dass du dir irgendwelche Grenzen setzen musst.

Wichtig bei den Zielen ist allerdings, dass sie zu dir, deiner Persönlichkeit und besonders zu deinen Werten passen. Sonst wirst du deine Ziele entweder nie erreichen oder das Erreichen wird dich nicht glücklich machen. Anstatt dich voller Energie und erfüllt zu fühlen, wirst du dich leer, ausgelaugt und unerfüllt fühlen, wenn du deine Ziele erreichst.

Um einfach und schnell überprüfen zu können, ob ein Ziel zu dir passt, solltest du dir etwas Zeit nehmen und dich auf dein Zieljournal wie folgt vorbereiten.

Vorbereitung für dein Zieljournal

1. Werte ermitteln

Der erste Schritt, bevor du überhaupt mit einem Zieljournal startest, ist es deine Werte zu ermitteln. Finde heraus, was dir wirklich wichtig ist und wonach du dein Leben ausrichtest.

Eine der einfachsten Methoden deine Werte zu ermitteln, ist es, sich eine Liste mit möglichst vielen Werten zu erstellen. Du findest so eine Liste zum Beispiel hier. Anschließend gehst du alle Werte der Reihen nach durch und vergleichst sie mit allen anderen. Der Wert, der dir im eins-zu-eins-Vergleich wichtiger erscheint, bekommt einen Strich. Versuche möglichst spontan und aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

So erhält jeder Wert deiner langen Liste eine unterschiedliche Anzahl an Strichen. Suche dir die fünf Werte, mit den meisten Strichen heraus. Die drei Werte mit der höchsten Anzahl an Strichen sind deine grundlegenden Werte. Du kannst auch noch die zwei folgenden Werte dazu nehmen, um insgesamt fünf Werte zu haben, die deinem Leben und deinen Entscheidungen zugrunde liegen. Diese fünf Werte sind die Basis für deine Ziele.

2. Erfolgsdefinition entwicklen

Erfolg ist nicht gleich Erfolg! Tatsächlich ist das mit dem Erfolg gar nicht so einfach, denn für jeden von uns bedeutet Erfolg etwas anderes. Für den einen bedeutet Erfolg, eine Cocktailbar am Strand zu führen, für den anderen, Manager eines Top-Unternehmens zu sein. Deswegen solltest du dir unbedingt Gedanken über deine Definition von Erfolg machen, bevor du mit deinem Zieljournal beginnst.

Was bedeutet es für dich erfolgreich zu sein?

Wie sieht es für dich aus erfolgreich zu sein?

Wie fühlt es sich für dich an erfolgreich zu sein?

Übung mit der man seine Definition von Erfolg finden kann.

Achte darauf keine Erfolgsgedanken von anderen Menschen aus deinem Umfeld zu übernehmen! Ist das wirklich deine Vorstellung von Erfolg oder doch eher die von deinen Eltern, Großeltern oder deinem Partner?

3. Beides in das Zieljournal schreiben

Deine Werte und deine Erfolgsdefinition bilden die Basis für Entscheidungen in deinem Leben. Wenn du im Einklang mit deinen Werten lebst, wirst du merken, dass du deutlich glücklicher und zufriedener bist, als wenn du immerzu gegen deine Werte verstößt. Genau dann entsteht nämlich Unzufriedenheit.

Durch deine Definition von Erfolg kannst du sehr viel besser einstufen, ob ein vermeintlich „unerfülltes“ oder „missglücktes“ Ziel nicht doch einen Erfolg für dich beinhaltet. Vielleicht konntest du auf dem Weg zum unerfüllten Ziel etwas für dich mitnehmen, was dich näher an deine Definition von Erfolg bringt, als wenn du das Ziel erreicht hättest? Vielleicht hat es dir auch eine Türe geöffnet oder einen neuen Kontakt ermöglicht?

Halte sowohl deine Werte als auch deine ganz persönliche Erfolgsdefinition unbedingt schriftlich für dich fest. Am besten schreibst du sie direkt auf die ersten Seiten deines Zieljournals. So hast du sie immer parat, wenn du neue Ziele aufschreibst.

4. Ziele gegen Werte und die Erfolgsdefinition prüfen

Wenn du nun anfängst Ziele für dich zu definieren, dann prüfe zu Beginn sehr genau, ob sie im Einklang mit deinen Werten und deiner Definition von Erfolg sind. Nur so kannst du Ziele festlegen, die dich langfristig glücklich und zufrieden machen und die du mit Freude erreichen kannst.

Du wirst merken, dass der Weg zur Erfüllung dieser Ziele deutlich einfacher ist und mehr Spaß und Freude macht. Was nicht heißt, dass es keine Arbeit ist. Aber auch Arbeit kann Spaß machen, wenn sie im Einklang mit unserem Inneren steht. Am Ende werden dir diese Ziele mehr Energie geben als sie dich kosten.

Nach einiger Zeit wirst du deine Werte verinnerlicht haben und sehr schnell entscheiden können, ob neue Ziele im Einklang damit stehen oder nicht.

5. Regelmäßig überprüfen, ob Werte und Erfolgsdefinition noch passen

Werte und auch die Definition von Erfolg können sich im Laufe des Lebens ändern. Dass passiert in der Regel nicht täglich und auch nicht wöchentlich. Und falls schon, solltest du deine Werte noch einmal neu überdenken und eine stabile und allgemeingültige Wertebasis für dich finden.

Dennoch kann es sein, dass größere Veränderungen oder auch tiefschürfende Erfahrungen unser Wertbild oder unsere Erfolgsdefinition verschieben. Deshalb ist es sinnvoll in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob unsere Werte tatsächlich noch unsere Werte sind und ob uns das Erreichen unseres Erfolgbilds immer noch glücklich macht. Sollte sich das nicht mehr stimmig oder passend für dich anfühlen, kannst du Schritt 1 und Schritt 2 jederzeit wiederholen.

6. Auch Ziele können sich ändern

Auch für die Ziele gilt: Lass los, wenn es dir nicht länger dient! Es ist dein Leben und das solltest du genießen. Lass dich nicht darauf ein, Ziele nur aus purem Ehrgeiz zu verfolgen. Du erkennt sehr schnell, ob ein Ziel nicht mehr in dein Leben passt, indem dir die Vorstellung das Ziel erreicht zu haben kein wohlig warmes Gefühl im Bauch mehr macht oder du nicht mehr übersprudelst vor Freude.

Hör auf dich mit langweiligen und fremdbestimmten Zielen zu beladen und diese ausschließlich für andere oder für die Erwartungen der Gesellschaft zu verfolgen. Damit wirst du dich nicht glücklich machen. Überlege dir immer:

WAS will ich?

Was WILL ich?

Was will ICH?

Folge dir, deiner Intuition und such dir die Ziele aus, die dich unendlich glücklich machen. Du hast immer die Wahl! Es ist dein Leben!