Bild: Gerd Altmann
Es ist Juni und seit ein paar Tagen blüht überall der Holunder. Ein Zeichen, dass wir uns inzwischen schon im Frühsommer befinden. Phänologisch hat der Sommer damit schon begonnen.
 
Die Themen in der Natur im Juni sind vor allem Wachstum, Entfaltung, Helligkeit und Licht. Alles, was die Monate davor gekeimt hat, fängt im Juni so richtig an zu wachsen und sich zu entfalten. Blatt um Blatt, Trieb um Trieb. Alles strebt der Sonne entgegen, die uns im Juni mit ganz besonders viel Licht beschenkt. Im Juni darf vieles ans Licht gebracht und die langen Tage genossen werden. Auch der Vollmond sorgt besonders an diesem Wochenende für helle Nächte.
 
Der beste Nährboden für Wachstum, Entfaltung und um Verborgenes ans Licht zu bringen ist Selbstliebe. Nur wer sich selbst liebt, kann sich gesund entfalten und kann einen ehrlichen Blick nach innen richten. 
 

Selbstliebe leben

Selbstliebe ist nicht nur zu akzeptieren, wie du bist. Es geht auch darum, Routinen und Gewohnheiten zu etablieren, die dir selbst gut tun und die dich dabei unterstützen, wer du sein möchtest und deine Ziele zu erreichen. Selbstliebe ist zu erkennen, wie du gut für dich sorgst und deine Energie hochhältst. Und Selbstliebe ist auch mal Nein zu sagen. 
 
Ich selbst habe festgestellt, dass ich die letzten Wochen immer weiter von diesem Weg abgekommen bin. Viele Umstände haben dazu geführt, dass ich am Ende fast vollkommen vergessen habe, was mir eigentlich gut tut, geschweige denn das auch für mich zu tun. Deswegen nehme ich mir den Juni nun wirklich zum Anreiz hier wieder mehr hinzuschauen, selbst zu erkennen, was ich brauche und wie ich mir das auch geben kann. 
 
Selbstliebe ist nicht immer einfach. Für mich ist es oft nicht leicht, anderen gegenüber Nein zu sagen. Was dazu führt, dass ich im Umkehrschluss aber zu mir selbst Nein sage, um für andere da zu sein oder mich ihren Themen und Projekten zu widmen. Vielleicht kennst du das ja auch? Selbstliebe ist oft so lange leicht, wie wir ganz für uns alleine sind. Dann wissen wir genau, was und wie wir es tun müssen, damit es uns gut geht. Sobald aber andere ins Spiel kommen, wird es schwierig und wir beginnen uns anzupassen, zu verbiegen und unsere eigenen Vorhaben hinten anzustellen. Gelebte Selbstliebe ist es aber erst dann, wenn wir es schaffen, auch in Gesellschaft anderer zu uns zu stehen. Und genau dazu lädt uns der Junianfang ein. 
 

In Liebe

Eine wundervolle Übung für mehr Selbstliebe, ist es einen Brief an sich selbst zu schreiben. Dazu kannst du ganz einfach, folgende Fragen beantworten oder als Inspiration nehmen:
 
„Liebe/r <dein Name>“
 
Erkenne an, was ist und spüre Dankbarkeit für das, was du bereits geschafft hast.
  • Wofür bin ich mir selbst dankbar? 
    „Ich danke mir dafür, dass …“
  • Was mag ich an mir? 
    „Ich mag an mir, dass …“
  • Worauf bin ich stolz? 
    „Ich bin stolz auf mich, dass …“
Trage deine Wünsche und Bedürfnisse zusammen.
  • Was wünsche ich mir (von mir selbst)? 
    „Ich wüsche mir von mir selbst, dass …“
  • Was würde mir gerade gut tun? 
    „Gerade würde es mir besonders gut tun, wenn …“
  • Wo spüre ich Mangel?
    „Ich fühle mich unwohl mit … . Ich brauch mehr von … .“
Sammle Ideen, wie du dich selbst besser unterstützen kannst.
  • Wie kann ich mich selbst glücklich machen?
     „Um mich selbst (noch) glücklicher und zufriedener zu machen, werde ich ab sofort …“
  • Wie kann ich mich bei meinen Zielen unterstützen? 
    „Um meine Ziele zu erreichen, werde ich …“
  • Wie kann ich mir selbst etwas Gutes tun? 
    „Ich tue mir selbst etwas Gutes, indem …“

Sich selbst lieben

Ein Brief an sich selbst ist ein toller Anfang, aber noch nicht alles, um Selbstliebe auch zu leben. Denn was du für dich aufschreibst, muss auch umgesetzt werden. Denn Selbstliebe bedeutet auch, dich selbst, deine Bedürfnisse und Wünsche ernst zu nehmen. 
 
Für mich ist Selbstliebe deswegen nicht nur zu wissen, dass tanzen mir gut tut, sondern mir auch regelmäßig zwei Stunden Zeit zu nehmen und durch die Wohnung zu tanzen. Dabei nicht in den Spiegel zu schauen und zu bewerten, sondern mich frei zu bewegen, wie es aus mir herauskommt. Die Musik durch mich fließen zu lassen und zu schauen, wohin mich das führt. 
 
Selbstliebe bedeutet für mich aber auch so oft ich kann an meiner Traumfänger-Wand weiterzuarbeiten. Denn ich weiß, dass mich das inspiriert und dass es mir gut tut Reihe um Reihe zu häkeln. Für mich ist das wie Meditation. Runde um Runde – immer im Kreis, ganz regelmäßig. Das gibt mir einen Rhythmus und erinnert mich vielleicht auch an die vielen Zyklen, die wir alle Immer wieder durchleben.
 

Raum für Selbstliebe schaffen

Selbstliebe ist nicht an jedem Tag gleich. Es gehört auch dazu den eigenen Lebensrhythmus oder den weiblichen Zyklus einzubeziehen. So kann Selbstliebe an jedem Tag anders aussehen. Was dir am einen Tag gut tut, muss es nicht am anderen. Es gibt Phasen im Zyklus, in denen du vielleicht gerne in Gesellschaft bist und dich austauscht. Und genauso gibt es Phasen, in denen du dich zurückziehst, ganz bei dir bist und wenige Menschen treffen möchtest. 
 
Es geht bei der Selbstliebe nicht darum, sich jeden Tag zu irgendetwas zu „zwingen“, denn dann ist es schlicht keine Selbstliebe mehr. Selbstliebe ist vor allem jeden Tag genau hinzuhören, was du selbst heute brauchst und kreativ zu werden, um genau das zu erfüllen.
 
Ich wünsche dir einen Junianfang mit ganz viel Selbstliebe und hoffe, du genießt die ersten Junitage, die Selbstliebe, den Vollmond, die Entfaltung der Natur, den Frühsommer oder selbst gemachten Holundersirup
 
Und wenn du Lust hast, erzähl mir gerne, wie du deine Selbstliebe lebst! Denn ich bin wohl selbst noch die größte Schülerin des Juni und seiner Einladung zu mehr Selbstliebe!