Du hast eine dunkle oder sogar sehr dunkle Wohnung? Kenn ich. Ich habe auch eine eher dunkle Wohnung – besonders wenn im Sommer die Sonne höher steht. 
 
Ich kann dich ermutigen, auch aus dunklen Wohnungen kann man wunderbare Wohlfühl-Oasen ganz nah an der Natur erschaffen. Ich habe hier ein paar Tipps für dich gesammelt, wie ich es geschafft habe mehr Licht in meine Wohnung zu bringen. Ich bin sicher, damit findest auch du den ein oder anderen Weg, wie deine Wohnung heller wird. Denn es ist einfach so wichtig, dass wir uns wohlfühlen in unseren vier Wänden.
 

Mehr Licht in dunkle Wohnungen lassen

 
Fenster sind unsere Anbindung nach draußen und in der Regel unsere natürliche Lichtquelle. Der erste Schritt bei dunklen Wohnungen ist immer, möglichst viel Tageslicht hereinzulassen. Deswegen fokussieren wir uns zunächst auf die Fenster.
 
Versuche die Menge an natürlichem Licht, das durch deine Fenster in deine Wohnung kommt, zu maximieren. Vielleicht denkst du jetzt: „Mehr geht nicht.“ Mal sehen.
 
Ich habe dir hier eine Checkliste zusammen geschrieben, mit der du herausfinden kannst, wo eventuell doch noch Potenzial für mehr Tageslicht versteckt ist. Gehe am besten alle Punkte einmal durch und prüfe für dich, ob nicht doch mehr möglich ist. Manchmal übersehen wir (z. B. aus Gewohnheit), dass wir mehr verändern können, als wir denken.
 
Checkliste für freie Fenster
  • Keine Möbel die ins Fenster stehen
  • Keine Vorhänge, die ins Fenster hängen, wenn sie zurückgezogen sind
  • Keine Milchglasfolien, wenn nicht unbedingt nötig
  • Keine Pflanzampeln, die zu viel Licht nehmen
  • Keine großen Pflanzen, die das Fenster komplett verdecken
  • Kein unnötiges „Zeug“ auf der Fensterbank, wie Bücherstapel, Kisten, Küchengeräte, Krimskrams usw.
  • Keine Jalousie, die tagsüber nicht richtig hochgezogen wird
  • Keine Deko, die das Fenster verhängt
  • Fenster geputzt
 
Wenn du alle Punkte abhaken kannst, perfekt!
 
Es gibt auch „Lichträuber“, die außerhalb unserer Räume liegen. Das sind zum Beispiel andere Häuser, Bäume oder sonstige Dinge, die Schatten werfen. In diesen Fällen können wir meistens nicht viel machen. Um aber zu prüfen, ob nicht doch was möglich ist, lohnt es sich, einmal zu überlegen, was möglicherweise außerhalb deiner Räume für das wenige Licht verantwortlich ist.
 
Büsche und Bäume im eigenen Garten kann man zum Beispiel schneiden. Es gibt aber auch die Möglichkeit mit Nachbarn, Vermietern oder Hausverwaltungen zu sprechen, ob hier nicht was möglich ist. Meistens ist ein Kompromiss eine gute Sache. 😉
 

Licht in dunklen Wohnungen vermehren

 
Auch wenn wenig Licht in deine Wohnung oder einzelne Räume kommt, kannst du das Licht, das da ist, vermehren. Das geht zum Beispiel, indem du mit reflektierenden Oberflächen oder Spiegeln arbeitest.
 
Damit du Spiegel und reflektierende Oberflächen richtig einsetzt, lohnt es sich, wenn du dir einmal kurz bewusst machst, wie genau Licht reflektiert wird. Das Prinzip ist immer daselbst, egal ob du einen Spiegel nutzt oder eine reflektierende Oberfläche: Der Einfallswinkel ist gleich dem Ausfallswinkel.
 
Einfallswinkel = Ausfallswinkel
 
Das heißt, in dem Winkel, wie das Licht auf deinen Spiegel trifft, wird es vom Spiegel auch wieder zurück geworfen. Angenommen das Licht trifft genau in einem Winkel von 90 Grad auf deinen Spiegel, verlässt es den Spiegel auch genau auf diesem Weg wieder. Dann hast du nicht viel gewonnen, denn du möchtest das Licht ja in der Wohnung halten und nicht direkt wieder nach draußen reflektieren.
 
Der Winkel, in dem das Tageslicht auf deinen Spiegel fällt, sollte also immer kleiner 90 Grad sein, damit es deine dunkle Wohnung heller macht.
 
Interessant ist es auf jeden Fall auch, das Licht in deiner Wohnung und besonders die Sonne im Verlauf der Jahreszeiten zu beobachten. Denn der Stand der Sonne verändert sich kontinuierlich über das Jahr hinweg. Deswegen wird das Licht in deiner Wohnung im Winter ein ganz anderes sein als im Sommer. Auch Bäume und Büsche, die im Herbst ihr Laub verlieren, verändern die Menge an Licht, die in unsere Wohnung kommt.
 
Unsere Wohnung ist im Winter zum Beispiel deutlich heller, weil die Sonne tiefer steht und damit mehr Licht in unsere Wohnung kommt. Gleichzeitig haben die Bäume in unserem Garten kein Laub mehr und lassen das Licht der tieferstehenden Sonne zu uns durchscheinen. Hätten die Bäume im Winter noch Laub, wäre unsere Wohnung im Winter vermutlich deutlich dunkler.
 
Auch der Winkel, in dem das Licht auf eine reflektierende Oberfläche trifft, ändert sich mit jedem Tag ein kleines bisschen. Große Unterschiede merken wir meist erst zwischen den Monaten oder Jahreszeiten. Möglicherweise macht es Sinn sich den Jahreszeiten mit der Ausrichtung reflektierender Oberflächen anzupassen, um deine dunkle Wohnung so richtig hell zu machen.
 
Ich selbst bin gerade auf der Suche nach dem passenden Spiegel fürs Wohnzimmer. Außerdem versuche ich ein Windspiel mit Spiegelperlen zu basteln. Wenn es fertig ist, zeige ich euch das Ergebnis gerne bei mir auf Instagram @my_biophilic_way_of_life.
 

Hell und leicht gestalten

 
Gerade dunklen Wohnungen tun helle Farben sehr gut. Denn große, dunkle Flächen zum Beispiel an den Wänden, dem Boden, dem Sofa oder Schränken absorbieren zusätzlich Licht und mache eine Wohnung noch dunkler.
 
Mir hat letztens eine Freundin erzählt, dass sie ihre Wohnung zu dunkel findet und sich deswegen sogar unwohl fühlt. Ihre Wohnung liegt im Erdgeschoss und im Wohnzimmer hat sie eine Wand komplett in einem dunklen Petrol gestrichen. Ich finde Petrol auch eine sehr schöne Farbe und gerade für biophile Wohnung sehr passend. Aber für diese Wohnung eignet sich eine derart dunkle Wand leider gar nicht. Denn durch die Wand verliert sie zusätzlich an Licht, von dem gerade eine Erdgeschosswohnung in der Stadt ohnehin schon wenig hat.
 
Auch die Wahl der Vorhänge kann das Licht im Raum maßgeblich beeinflussen. In jedem Fall solltest du darauf achten, dass deine Vorhangstangen mindestens 20 Zentimeter über das Fenster hinausgehen. Denn nur so kannst du deine Vorhänge tagsüber komplett zurückziehen, ohne dass sie noch einen Teil vom Fenster verdecken.
 
Gerade in dunklen Wohnungen bieten sich vor allem helle und leichte Vorhänge an. Helle Vorhänge reflektieren das Licht, anstatt es zu absorbieren oder ganz dünne und leicht transparente Vorhänge lassen das Licht sogar passieren.
 
Ich habe vor einiger Zeit die alten Vorhänge von unserem ehemaligen Mitbewohner abgehängt. Keine Ahnung, warum ich das nicht viel früher gemacht habe. Die Vorhänge waren dunkelblau und sehr dick. Du kannst es dir denken … Zum Abdunkeln beim Schlafen waren die natürlich super. 
 
Leider kann man bei uns die Vorhangstangen aber nicht so anbringen, dass man die Fenster komplett frei vom Vorhang machen kann. Sprich wir haben nicht die Möglichkeit die Vorhangstande 20 Zentimeter über das Fenster hinausragen zu lassen. So haben die Vorhänge immer einen Teil vom Fenster verdeckt, selbst wenn sie so weit wie irgendwie möglich zurückgezogen waren. Hinzu kam, dass die dunkle Farbe extrem viel Licht absorbiert hat. Ich war selbst mega erstaunt, wie sich der Raum verändert hat, alleine dadurch, dass ich die Vorhänge abgehängt habe.
 

Das Licht frei fließen lassen

 
Viele dunkle Wohnungen haben Ecken oder ganze Räume, in die überhaupt kein natürliches Tageslicht kommt. Umso wichtiger ist es, das Licht, das in die Wohnung kommt, frei fließen – also sich best möglich verteilen – zu lassen.
 
Das kannst du zum Beispiel aktiv unterstützen, indem du die Türen in deiner Wohnung tagsüber offen stehen lässt. So kann sogar Tageslicht in Räume kommen, die überhaupt keine Fenster haben. Auch der Gang oder Flur, der häufig keine Fenster hat, da er mitten in der Wohnung liegt, profitiert von offenen Türen und wird so oft deutlich heller. 
 
Neben geschlossenen Türen können auch sehr große und harte Raumteiler den natürlichen Lichtfluss verhindern und so sehr dunkle Ecken erzeugen. Das können zum Beispiel große Schrankwände oder hohe Regale sein, aber auch eine Pflanzenwand, die als Raumteiler genutzt wird, kann Teile von Räumen verdunkeln. In manchen Fällen sind diese dunklen Ecken durchaus gewünscht, weil sie einen gemütlichen Rückzugsort erzeugen. Dann ist alles fein. Dieser Tipp ist für dich, wenn du eine grundsätzlich sehr dunkle Wohnung hast und dir allgemein mehr Licht wünscht.
 
Mach den Weg frei fürs Licht und deine Wohnung damit heller!
 

Ausmisten und Aufräumen

 
Nicht nur Raumteiler auch allgemein viele Sachen in einem Raum, können den Raum dunkler machen und Licht nehmen. Komplett vollgestopfte Räumen wirken nicht nur kleiner und dunkler, sondern können uns unterbewusst auch stressen. Weil wir gefühlt keine Luft mehr zum Atmen haben.
 
Deshalb ist es manchmal gut auszumisten oder aufzuräumen, um wieder Platz zu schaffen. Gerade in dunklen Wohnungen wirkt es sehr entspannend, wenn du leichte und freie Räume und eine klare Ordnung schaffst. Lass gehen, was du nicht mehr brauchst und mach Platz für mehr Licht, Lebensfreude und Entspannung.
 

Zusätzliche Lichtquellen schaffen

 
Ergänzend zu natürlichem Tageslicht hast du die Möglichkeit weitere Lichtquellen zu schaffen. Es kann Räume oder Ecken in deiner Wohnung geben, da schaffst du es auch mit allen vorangegangenen Tipps nicht genug Tageslicht hineinzubringen. In diesem Fall bietet es sich an auf Lampen zu setzen.
 
Es gibt derart viele unterschiedliche Lampen, das du hier wirklich für dich schauen kannst, was deine Ansprüche und Bedürfnisse erfüllt. Das kann vom LED-Band über Stehlampen hinzu Kronleuchtern und kleinen Dekolampen alles sein.
 
Ich persönlich finde es zum Beispiel sehr schön, auch in Räumen mit Tageslicht, in der Dämmerung abends oder morgens eine kleine Lampe zusätzlich einzuschalten, wenn ich mehr Licht brauche. Aber eben gerade nur so viel, dass es genug Licht für mich ist. Gerade in der Dämmerung mache ich ungerne schon die volle Deckenbeleuchtung an.
 
Auch Kerzen können eine sehr schöne Ergänzung zu wenig Tageslicht sein. Besonders im Herbst und Winter liebe ich es Kerzen anzuzünden. Sie machen ein wunderbar warmes Licht. Das empfinde ich besonders nach viel Arbeit am Bildschirm als sehr angenehm für meine Augen.
 
Auch an dem Ast meiner Mandalawand haben wir eine hängende Glühbirne angebracht. Diese kann man dimmen und in unterschiedlichen Farben leuchten lassen. So kann man sie zum Lesen nutzen, aber auch nur als unterschützendes Licht beim Essen oder Yoga machen.
 
Wenn du richtig krass bist im selber machen bzw. bauen, kannst du sogar versuchen dir deine eigene „Sonne“ zu bauen. Mein Freund hat das Video vor kurzem gefunden. Vielleicht probieren wir das irgendwann mal aus 😉 
 

Mehr draußen statt drinnen

 
Grundsätzlich kann ich dir sehr empfehlen, zusätzlich zu allen Maßnahmen auch Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Besonders wenn du eine dunkle Wohnung, aber auch wenn du eine helle Wohnung hast. Die Menge an natürlichem Licht ist draußen immer höher als drinnen und unser Körper, vor allem unsere Augen brauchen das natürliche Licht. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass die Entwicklung unserer Augen maßgeblich von der Menge an Tageslicht abhängt. Gönn dir also ruhig mal einen Spaziergang in der Mittagspause. Diese Zeit kannst du auch gleich dazu nutzen, Inspiration und Sinneseindrücke für deine naturnahe Wohnung zu sammeln.
 
Auch bei Zimmerpflanzen gibt es viele, die mit dunklen Wohnungen sehr gut zurecht kommen. Ich habe hier selbst viel probiert. Falls du dazu mehr wissen möchtest, schreib mir gerne, dann werde ich dazu auch einen Blogartikel schreiben.
 
Neben Pflanzen gibt es natürlich auch noch jede Menge anderer naturnaher und biophiler Gestaltungselemente, die du auch in dunklen Räumen sehr gut einsetzen kannst. Eine PDF mit Ideen sortiert nach unseren fünf Sinnen, findest du unter Schritt 4 in meinem Artikel „Wie du die Natur zu dir nach Hause holst – 5 Schritte“. 
 
Vielleicht hast du ja auch noch Ideen, wie man eine dunkle Wohnung heller gestalten kann, dann schreib mir sehr gerne in die Kommentare! 🙂