Unsere Intuition ist etwas so wertvolles. Und damit meine ich nicht eine esoterische Vorstellung einer Intuition, sondern etwas ganz alltagstaugliches. Denn durch unsere Intuition spüren wir meistens sehr deutlich, was in Ordnung ist und was nicht. Leider wird uns das wahrnehmen unserer Intuition und das handeln danach im Laufe unseres Lebens oft abtrainiert. Bis wir nicht mehr nach unserer Intuition handeln oder die leise, feine Stimme schlussendlich gar nicht mehr wahrnehmen.
 

Warum es so wichtig ist auf die eigene Intuition zu hören

Dabei ist es so wichtig, eine gute Verbindung zur eigenen Intuition zu haben. Denn wenn wir ganz ehrlich sind, spüren wir doch intuitiv, was richtig und was falsch. Das meine ich besonders im Bezug auf aktuelle globale Problematik wie den Klimawandel, das Artensterben, Massentierhaltung, sozialen Gerechtigkeit und Rassismus. Wenn wir wirklich in uns Herz hinein spüren, wissen wir, dass vieles von dem, wie wir es aktuell machen nicht richtig ist.
 

Warum wir aufgehört haben nach unserer Intuition zu leben

Häufig kommt aber hinzu, dass wir in unserem Leben Dinge lernen (müssen) und Erfahrungen machen, die uns suggerieren, dass was z. B. in der Massentierhaltung oder bei der Pflanzung von riesigen Monokulturen gemacht wird, richtig oder zumindest nicht anders machbar sei. Wir bekommen eingeredet, dass es keinen anderen Weg gibt und dass die Intuition, die wir in uns spüren, falsch sein. Das führt dazu, dass wir irgendwann keinen Weg mehr sehen, wie wir nach unserer Intuition leben oder handeln können. Und das führt zu einem Schmerz. Folglich fangen wir an unsere Intuition zu unterdrücken, um diesen Schmerz nicht mehr spüren zu müssen. Obwohl unsere Intuition absolut richtig ist!
 
Genau deswegen ist es mir so wichtig, dass du dich wieder ganz bewusst mit deiner Intuition verbindest, anfängst sie wieder wahrzunehmen und nach ihr zu handeln. Denn genau das braucht die Welt. Vielleicht mehr denn je!
 

Wie du deine Intuition wieder zulassen und nach ihr leben kannst

 

1. Die eigene Intuition und vielleicht auch den Schmerz zulassen und fühlen

Der erste Schritt ist immer die eigene Intuition zuzulassen. Und das kann besonders bei großen Themen, wie Klimawandel, Artensterben und sozialer Gerechtigkeit gar nicht so einfach sein. Der Grund ist, dass wir spüren, dass hier etwas ganz massiv falsch läuft und das mit Schmerzen verbunden ist. Diese Bilder zu sehen und die Geschichten zu hören, kann uns gefühlt das Herz zerreißen. Ich kenne das.
 
Deswegen gehört zum ersten Schritt auch diesen Schmerz zuzulassen. Ihn zu fühlen. Dir erlauben zu weinen, schlecht gelaunt oder hoffnungslos zu sein. Das ist okay.
 

2. Kritisch hinterfragen

Im nächsten Schritt geht es darum, alles, was du zu diesem Thema bereits gelernt und erfahren hast in deinem Leben, kritisch zu hinterfragen. Stimmt das, was deine Gedanken dir erzählen, was deine Lehrer und Professoren der erzählt haben? Macht das Sinn? Fühlt sich das wirklich richtig und gerecht an?
 
Es geht nicht darum, alles Gelernte zu verurteilen oder zu bewerten. Es geht darum kritisch zu hinterfragen, skeptisch zu sein und zu prüfen. Zu prüfen, wie es sich anfühlt, tief im Herzen. Fühlt sich das für dich gut an?
 

3. Der Intuition folgen

Wenn du dich dann mit deiner Intuition und dem, was bereits da ist in deinem Leben aktiv und kritisch auseinander gesetzt hast und feststellst, dass das, was du bereits dazu an Wissen und Erfahrungen hast, nicht zu deiner Intuition passt, fang an zu recherchieren. Suche nach Gleichgesinnten, nach Lösungen, nach neuen Ideen und neuem Input. Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu informieren und Neues zu lernen, z. B. durch Podcast, Wissensendungen, Infoblätter, Broschüren, Blogs usw.
 
Ganz wichtig: Vergiss auch hier nicht kritisch zu hinterfragen. Du kannst skeptisch und gleichzeitig offen sein. Stelle gute Fragen. Das ist oft der beste Weg sich aktiv mit einem Thema auseinander zu setzen.
 

4. Reflektiere für dich

Super wichtig ist auch, das neue Wissen und neue Erfahrungen zu reflektieren und dich immer wieder damit auseinander zu setzen. Das kannst du für dich alleine z. B. in einem Journal machen oder im Austausch mit anderen. Ich mache das z. B. im Gespräch mit anderen, beim Journal-Mentoring oder auch auf meinem Blog. Auch wenn ich manchmal eine innere Hürde spüre, anderen Menschen von meinen Gedanken zu solch großen und zum Teil auch konfliktbeladenen Themen zu erzählen, merke ich doch immer wieder wie gut es mir auch tut nicht nur alleine für mich selbst zu reflektieren. Das Schöne ist, dass dabei meistens auch nochmal neue Zusammenhänge, Ideen und Gedanken mit reinkommen.
 
Und auch vor kritischen Stimmen oder Fragen musst du keine Angst haben. Kritik ist unfassbar wertvoll, denn du kannst sie für dich nutzen in diesem Thema noch einmal tiefer auf den Zahn zu fühlen und noch einmal zu hinterfragen, was deine Intuition dir sagt.
 

5. Handle und lebe nach deiner Intuition

Aber was macht man, wenn man erkennt, dass die eigene Intuition nicht dem entspricht, was man bisher gelebt hat? Eine gute Frage. Ich für mich habe erkannt, dass ich entweder meine eigene Intuition wieder bzw. weiter unterdrücken und verleugnen kann, oder aber ich fange an etwas zu ändern. Ich fange ein mein Leben Schritt für Schritt mehr und mehr nach meiner Intuition und den Antworten, die ich in mir gefunden habe zu leben.
 
Das heißt nicht, dass du dein ganzes Leben von heute auf morgen über den Haufen werfen musst. Fang an einer Stelle an. Es ist so wichtig, dass es Menschen gibt, die anfangen. Menschen, die die Veränderung leben. Gerade jetzt!
 
Und das Schöne ist, diese gelebte Veränderungen verstärkt den Kreislauf. Wir machen neue Erfahrungen, die uns in unseren Annahmen, unserer inneren Stimme und unserer Intuition bestärken. Das ist so wertvoll und wichtig, denn so stärken wir das Vertrauen in unsere Intuition. Außerdem erfahren wir dabei möglicherweise Selbstwirksamkeit, wir dienen anderen als Vorbild, inspirieren sie, zeigen neue Wege auf und können damit sogar im Großen etwas verändern. Und das kann unter anderem auch gegen den Schmerz, den du im ersten Schritt gespürt hast und vielleicht auch immer wieder spüren wirst, helfen. Es gibt also Hoffnung, wenn wir alle anfangen zu handeln und mehr nach unserer Intuition zu leben.
 

Hilfe gegen Schmerz: Drüber sprechen und handeln!

Vielleicht merkst du bereits beim ersten Schritt wie dich dieser Schmerz überrennt, wenn du deine Intuition wirklich zulässt. Aber auch bei den anderen Schritt kann es sein, dass du ihn plötzlich spürst.
 
Ich selbst hatte die letzten Tage und Wochen sehr starke sogenannte Solastagie (Solastagie ist der Schmerz, den wir spüren, wenn uns die Zerstörung der Natur auf unserem Planet und die damit einhergehenden Konsequenzen bewusst werden.) Mir hat es extrem geholfen mich zum einen auch mal für einen Weile mit anderen Themen wie z. B. mit unserer Living Wall und den Pflanzen im Garten zu beschäftigen. 
  
Gleichzeitig dachte ich mir kurz, ich schreibe diesen Sonntag keinen Blogartikel. Ich kann das nicht. Ich stehe weinend vorm Spiegel im Bad und habe keine Ahnung, wie ich irgendetwas verändern kann auf dieser Welt. Aber es bringt ja auch nichts, wenn ich jetzt keinen Blogartikel mehr schreibe und während ich diese Zeilen tippe, merke ich, wie gut es mir tut bzw. getan hat diesen Blogartikel zu schreiben. Mich auszudrücken, meine Gedanken zu sortieren und das, was ich an Wissen und Ideen in mir gesammelt habe, nach draußen zu geben, dass es dich erreicht und du es wiederum weitertragen kannst. Und wer weiß, was wir dadurch vielleicht alles bewirken können.
  
Ich möchte dir damit sagen: Was immer du findest, lass dich nicht entmutigen. Schau tapfer hin, stell dich den Gefühlen und ganz wichtig, sprich auch darüber. Tausch dich aus mit anderen und gönn dir ab und zu auch einmal eine Pause mit Dingen, die dir Energie schenken und dich glücklich machen.
  
Ich danke dir fürs Lesen! Schreib mir sehr gerne dein Feedback, Fragen oder Antworten. Ich freue mich immer von dir zu lesen!
Schön, dass es dich gibt!
  
Alles Liebe!
Katharina
 
 
 
Foto: Mira Pusch