Fühlst du dich auch manchmal hilflos? Mir geht es zumindest so, wenn ich es um Themen wie Klimawandel, Artensterben und die Zerstörung unserer natürlichen Lebensräume geht. All das betrifft mich, tut mir weh tief im Herzen und gleichzeitig stelle ich mir die Frage, was ich überhaupt tun kann. Und ob das, was ich tue nicht doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist … und wenn ich dann so drüber nachdenke, werde ich hoffnungslos und fühle mich ohnmächtig, obwohl ich doch so gerne helfen würde.
  
Angeregt durch die Rückmeldungen zu meinem letzten Blogbeitrag zum Thema nachhaltige und bewusste Nutzung von Holz, möchte ich heute gerne alle ansprechen, die sich genau so hilflos und ohnmächtigen fühle wie ich. Denn ich für mich habe herausgefunden, dass ich sehr wohl etwas verändern und beitragen kann. Jeder kann das. Auch du!
  
Deswegen möchte ich heute gerne 8 Ideen mit dir teilen, wie du heute anfangen kannst, dein Leben nachhaltiger zu gestalten.
  

Nachhaltig leben ist eine Bereicherung

Zuerst einmal möchte ich mit einem weit verbreiteten Gerücht aufräumen: Nachhaltig leben bedeutet Verzicht. Umso mehr ich mich mit dem Thema nachhaltig und umweltbewusst leben auseinandersetze, umso weniger verstehe ich, woher diese Vorstellung kommt. Denn ganz offensichtlich stimmt diese Aussage nicht.
  
Nachhaltig und umweltfreundliches Verhalten führen oft nicht nur zu einem gesunderen, sondern auch zu einem erfüllteren, glücklicheren und ausgewogeneren Leben. Denn ein nachhaltiges Verhalten beginnt in aller erste Linie damit sich über sich selbst und seine Gewohnheiten bewusst zu werden. Sehr häufig entdecken wir dabei dass nachhaltige Verhaltensweisen, genau die Gewohnheiten in Frage stellen, die wir ohnehin gerne ändern würden, wie gesünder essen, mehr Bewegung, mehr Zeit in und mit der Natur, selber kreativ werden und Neues erschaffen, mehr Ordnung oder sogar Geld sparen.
  
Ein nachhaltiger und umweltschonender Lebensstil bringt also neben ganz vielen wundervollen Veränderungen für Natur und Umwelt auch ganz viele positive Veränderungen für unser persönliches Leben mit sich. Das hat mit Verzicht in meinen Augen nichts zu tun. Ich nenne das ganz im Gegenteil eine Bereicherung.
  

Jede*r macht einen Unterschied

Ein zweites Gerücht oder Bedenken habe ich eingangs schon erwähnt: Die Angst, dass das eigene Verhalten nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Aber ist das wirklich so? Diese Sache ist in meinen Augen etwas komplexer. Natürlich kannst du nun anfangen dir in genauen Zahlen auszurechnen, welche CO2-Emissionen, du mit deinem Verhalten sparst und wenn du das mit dem Rest der Welt vergleichst, kommt dir das verschwindend gering vor. Ich verstehe deine Bedenken.
  
Fakt ist aber, dass wir nun mal alle nicht alleine sind und dass Menschen in unserem Umfeld uns beeinflussen. Positiv wie negativ. Wenn du nun also dein Verhalten veränderst, wirst du damit mit absoluter Sicherheit auch das Denken und Handeln anderer Menschen beeinflussen.
  
Wir sind alle Teil dieser Welt und am Ende macht eben jeder einzelne einen Unterschied. Wenn du heute anfängst, sind wir bereits einer mehr!
  
So jetzt aber zu meinen Ideen, was du tun kannst, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.
  

Acht Ideen, was du tun kannst, um gegen den Klimawandel und für ein nachhaltigeres Leben aktiv zu werden

  

1. Werde dir über deine Werte bewusst

Ich könnte mir vorstellen, dass du an erster Stelle hier etwas anderes erwartet hättest. Vielleicht sowas wie fahre kein Auto mehr, hör auf zu reisen oder iss kein Fleisch. Aber ich meine diesen ersten Punkt sehr ernst. Nimm dir Zeit und werde dir bewusst über deine Werte und überlege dir, wie sie sich auf dein (nachhaltiges) Leben auswirken. In meinen Augen muss jeder immer auch seinen eigenen Weg finden hin zu mehr Nachhaltigkeit. Jeder kann etwas anderes besser in sein Leben integrieren und umsetzen. Deine eigenen Werten, der bewusste Umgang damit und ehrliche Reflexion drüber helfen dir dabei deinen ganz persönlichen Weg zu einem nachhaltigen und umweltschützenden Lebensstil zu finden. Höre auf deine Intuition!
  

2. Informiere dich

Wo kannst du in deiner aktuellen Situation einen Unterschied machen? Was kannst du ändern? Informiere dich, was dringende Themen sind und was vielleicht auch in deiner direkten Umgebung aktuelle Themen sind. Und mach dir bitte keinen Stress, wenn du dieses hoch komplexe Thema nicht vollends durchblickst. Denn das tut niemand. Sonst hätten wir vermutlich längst die eine perfekte Lösung für alle. Trotzdem hilft es offen zu sein für neues Wissen, sich regelmäßig zu informieren und zu überprüfen, wie wir dieses Wissen in unseren Alltag integrieren können.
 
Hier ein paar Ideen, die ich gerne nutze, um mich zu Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu informieren:
  

3. Lass dich nicht entmutigen

Dieser Schritt folgt gleich auf den Punkt Informieren. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung wie ernüchternd und entmutigend diese Recherche sein kann. Da will man etwas gutes tun und findet so viele Probleme und aussichtslose Szenarien, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, wo man anfangen soll. Ich kenne das so gut. Das Ende vom Lied ist, dass wir gar nichts tun und gleichzeitig noch mit sehr negativen Gefühlen kämpfen müssen. Deswegen meine große Bitte: Lass dich nicht entmutigen. Egal, was du findest, egal, was dir jemand erzählt, egal, wie aussichtslos das Ganze wirkt, du kannst einen Unterschied machen. Mir hilft es oft mich an Helden in Filmen zu erinnern, die auch denken, dass sie zu klein sind, um einen Unterschied zu machen, wie beispielsweise der Hobbit. 
   

4. Sei offen für Neues und probiere aus

Wir alle haben Lebensgewohnheiten, die mehr oder weniger nachhaltig sind und die mehr oder weniger zum Schutz der Natur auf unserem Planten beitragen. Das in meinen Augen Wichtigste, um alte Gewohnheiten zu verlassen, ist es, offen zu sein für Neues und auch einfach mal auszuprobieren. Du möchtest vielleicht nicht direkt vegetarisch oder sogar vegan leben, aber warum nicht einfach mal ein vegetarisches oder veganes Rezept kochen? Du kannst dir nicht vorstellen mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren, aber vielleicht ist es an einem sonnigen Frühlingstag doch einfach mal eine schöne Abwechslung? Niemand zwingt dich, es weiter zu machen, nur weil du es einmal probiert hast. Die Erfahrung zeigt aber, dass wir häufig positiv überrascht werden. Ganz nebenbei lohnt es sich auch für dich selbst, wenn du dich mit deinen Gewohnheiten beschäftigst und diese auch mal hinterfragst oder sogar durchbrichst. Persönliche Weiterentwicklung kann hier ein wundervoller Weg sein.
  

5. Konsumiere bewusst

Alles, was du konsumierst, hat direkt bzw. indirekt einen Einfluss. Auf dich und auf die Umwelt. Ich glaube, das ist inzwischen jedem klar. Ob du dabei aber nun auf bio, regional, saisonal oder unverpackt achtest, ist zunächst gar nicht so, so wichtig. All das ist gut – keine Frage. Am besten wären Produkte, die all diese Kriterien erfüllen. Leider ist das nicht immer möglich und auch das kann wiederum sehr demotivierend sein. Häng dich aber nicht daran auf. Es ist schon super, wenn das, was du konsumierst eine oder zwei dieser Eigenschaften erfüllt. Wichtig ist aber zum Beispiel auch, Lebensmittel (und auch anderes) nicht zu verschwenden oder wegzuwerfen, sondern einen achtsamen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu pflegen.
  

6. Tausche dich aus und sprich darüber

Gerade weil es uns alle betrifft, ist nichts so wichtig wie die Kommunikation und der Austausch zu diesem Thema. Sprich darüber, diskutiere, höre zu und gib deine Erfahrungen und dein Wissen weiter. Wir sitzen alle im gleichen Boot, wir alle dürfen etwas verändern und am besten schaffen wir das, wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Auch Demonstrieren kann beispielsweise eine Art der Mitteilung sein. Ganz wichtig finde ich im Austausch mit anderen liebevoll und mitfühlend zu sein. Wir alle machen das zum ersten Mal, wir alle lernen auf dem Weg. Es hilft nichts andere abzuwerten, sie zu verurteilen und am Ende im Streit darüber andere vollends von einem nachhaltigen Weg abzubringen. Wir sind alle nur Menschen, wir alle machen Fehler.
 

7. Konzentriere dich auf große Schritte

Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass es im Bezug auf den Klimawandel einige Schritte und Verhaltensweisen gibt, die sehr effektiv zu einer Verbesserung beitragen. Das heißt, diese Verhaltensweise leisten einen besonders großen Beitrag. Anstatt sich zu sehr im Detail zu verlieren, fokussiere dich auf die Dinge, die einen großen Unterschied machen. Dazu gehören z. B. eine vegetarische oder vegane Ernährung, eine sparsame Nutzung von Energie aus nachhaltigen Quellen (z. B. Ökostrom) und umweltschonende und emissionsarme Arten der Fortbewegung.
 

8. Nachhaltige Projekte unterstützen

Es gibt viele tolle Projekte, die sich für Naturschutz und Nachhaltigkeit einsetzen. Schau doch einfach mal, wie du dich hier einbringen kannst. Mich machen, unterstützen, die nachhaltige Alternative kaufen oder spenden. Es gibt fast immer Möglichkeiten sich einzubringen oder etwas zu verändern. Ich glaube, wir dürfen den Weg zu einer nachhaltigen Welt auch noch viel mehr als ein großes Gemeinschaftsprojekt von uns allen betrachten. Denn am Ende betrifft es einfach uns alle und gerade gemeinsam etwas zu erreichen, zu sehen, dass man selbst eben auch mitwirken und einen Unterschied machen kann, das ist ein wundervolle und sehr erfüllendes Gefühl. Und in Wahrheit ist es doch das, was wir uns im Grunde alle wünschen. Ein erfülltes Leben in liebevoller Gemeinschaft!
 
Zum Abschluss ist es mir noch einmal wichtig zu betonen: Niemand ist perfekt und niemand muss es sein. Auch du nicht. Wir dürfen alle unser Bestes geben und das ist an jedem Tag etwas anderes. Lass dich nicht entmutigen, fokussiere dich auf die positiven Dinge, sei dankbar für alles, was schon ist und wenn du keinen Ausweg siehst, such dir Austausch, sprich darüber mit anderen. Und wenn du das Gefühl hast, dass es in deinem Umfeld niemanden gibt, mit dem du drüber sprechen kannst, darfst du auch sehr gerne mir schreiben.
 
Ich freue mich immer von dir zu hören! Und ich freue mich auf alles, was wir noch gemeinsam verändern können. Denn diese Welt ist voller Möglichkeiten, voller Wunder. Das zeigt uns die Natur doch jeden Tag! Und wir sind ein Teil der Natur, ein Teil dieses Wunders! Lass es uns gemeinsam bewahren, dafür einstehen und aufstehen und Lösungen finden!
 
Ich danke dir fürs Lesen!
Alles Liebe
Katharina