Du hast gerade angefangen dich für biophile Raumgestaltung zu interessieren? Das freut mich sehr! Denn das ist mein absolutes Herzensthema. Durch ein biophiles Zuhause kannst du für so viel mehr Ruhe, Entspannung, Kreativität und Energie in deinem Leben sorgen.
 
Damit du langfristig Spaß und Freude an deiner biophilen Reise hast, möchte ich hier gerne sieben Erkenntnisse mit dir teilen, die ich auf meinem Weg zu biophiler Gestaltung bis jetzt lernen durfte und die dir helfen, deinen eigenen Weg zu einem biophilen, naturnahen Zuhause zu finden und zu gehen.
 

Mach kleine Schritte

Besonders wenn du noch ganz frisch auf dem Gebiet biophiler Gestaltung unterwegs bist, empfehle ich dir, mit kleinen Schritten zu starten. Das ist wie mit allem, was wir neu beginnen. Finde für dich deinen Weg, in deinem Rhythmus.
 
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich Gestaltungsidee bei anderen sehe und das bei mir sofort umsetzen möchte. Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit auf Pinterest ein Foto von einem Fenster voller Makramee-Pflanzampeln gesehen. Das sah richtig bezaubernd aus. Also wollte ich das auch.
 

Meine Erfahrung mit Pflanzampeln im Fenster

Zum Glück habe ich erstmal nur eine Pflanze und einen selbst gemachten Traumfänger an unsere Vorhangstange gehängt. Da habe ich nämlich relativ schnell gemerkt, dass meine Vorhangstange nicht unbedingt dafür ausgelegt ist viel Gewicht zu tragen ;-). Diese Problem hätte sich aber sicher lösen lassen. Das zweite Problem war jedoch, dass durch die hochstehende Sonne im Sommer und die Pflanze und den Traumfänger im Fenster deutlich weniger Licht ins Zimmer kam.
 
Ich habe es mehrere Wochen in fast allen Räumen ausprobiert. Fazit: Zu wenig Licht – egal wohin ich es hänge. Da wir eh recht wenig Licht haben, kommt diese Gestaltungsidee – so schön ich sie auch finde – für mich leider nicht in Frage. Die Fenster müssen frei bleiben, damit die Räume hell genug sind.
 
Was ich damit sagen möchte: Manchmal kann man einfach nicht alle Auswirkungen auf einen Blick erkennen. Besonders dann, wenn man noch wenig Erfahrung hat. Bevor du also gleich alles im großen Stil veränderst oder kaufst, solltest du dich langsam rantasten und schauen, was für dich passt.
 

Nimm wahr und beobachte

Eine der für mich wichtigsten Dinge ist es, Räume immer wieder bewusst wahrzunehmen und zu beobachten. Gerade bei einer naturnahen Gestaltung finde es sehr wichtig, immer wieder reinzuspüren, welche Stimmung ein Raum in dir auslöst. Achte immer wieder darauf, wie dein Raum sich anfühlt und auch darauf, wie er sich verändert z. B. mit den Jahreszeiten. 
 
Aktives Beobachten und bewusstes Wahrnehmen macht auch die Pflege von vielen Zimmerpflanzen sehr viel einfacher. Du erkennst viel früher, wenn es einer Pflanze nicht gut geht und lernst natürlich auch mit der Zeit zu verstehen, was ihr genau fehlt. Wenn du regelmäßig einen achtsamen Blick für dein Umfeld hast, kannst du entsprechend handeln und Bedingungen anpassen – für dich und deine menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Mitbewohner.
 

Mach Pausen und genieße

Vielen Menschen fällt es heutzutage schwer auch mal Pause zu machen. Einfach zu genießen. Ich schließe mich da nicht aus. Mir geht es ganz genau so. Besonders wenn Erledigungen gefühlt erst halb fertig sind. Nach meiner Erfahrung kann ich aber sagen, gerade bei biophiler Gestaltung und dem Einrichten nah an der Natur ist es extrem wichtig, dass du Pausen machst. Und zwar auch dann, wenn du noch nicht ganz fertig bist.
 
Diese Pausen helfen dir, zu spüren und zu sehen, ob alles in die richtige Richtung geht. Ob sich das gut anfühlt und ob du dich mit der Veränderung wohlfühlst.
 

Starte mit einer Pause

„Der Yogi startet mit einer Pause“ sagt meine Yogalehrerin Moni immer. Was für ein weiser Satz. Auch wenn du noch gar nicht mit deiner biophilien Gestaltung begonnen hast, mach eine Pause und lass deinen Raum auf dich wirken. Was tut dir gut? Was gefällt dir? Es gibt fast immer etwas, das uns gut tut. Auch wenn wir im größten Chaos sitzen. Vielleicht sind es die Schatten vom Baum vor dem Fenster, die die Sonne freundlich an deine Wand wirft. Vielleicht ist es ein Bild über dem Schreibtisch oder wie bei mir ein selbst geknotetes Makramee-Teelicht, das ich Stunden anschauen könnte.
 

Probiere aus und bleibe dran

Vielleicht kennst du das auch: Du siehst ein cooles DIY bei Pinterest und denkst dir „Ach das könnte ich auch mal machen …irgendwann.“ Und irgendwann bleibt dann irgendwie immer irgendwann.
 
Es ist wirklich so, dass du viele wunderschöne Dinge für deine biophilen, naturnahen Räume selber machen kann. Der Vorteil dabei ist, dass du es genau so machen kannst, wie es zu dir und deinem Raum passt. 
 
Ein anderer ganz wichtiger Punkt: Wenn du Freude daran hast, Dinge selber zu machen, bringst du mit einem selbst gemachten Werk immer auch deine innere Natur zum Ausdruck. Damit bringst du dich zu einem großen Stück selbst in den Raum ein.
 
Darüber hinaus ist jede Form von Handarbeit auch eine sehr beruhigende, entschleunigende und meditative oder gesellige Tätigkeit.
 

Vornehmen reicht nicht

Das Ding ist, vornehmen alleine reicht nicht. Du musst es auch machen.
 
Ich möchte dich hiermit wirklich dazu motivieren, Dinge, die dir gefallen, einfach mal auszuprobieren. Am besten jetzt 😉 Oder dir zumindest noch heute alles dafür zu besorgen, was du brauchst.
 

Übung macht den …

Ich habe letzten Sommer das Holzbrennen (Woodburning) für mich entdeckt. Dabei brenne ich mit einem heißen Metall Bilder ins Holz. Ich bin ganz ehrlich, dass sah am Anfang einfach nicht gut aus …;) Anfänger eben. Ich hätte mir niemals eines meiner ersten Versuche in die Wohnung gehängt. Aber ich habe auch nicht gleich aufgegeben, habe mir besseres Werkzeug und Material besorgt und weiter probiert.
 
Und wie es immer so ist – ich weiß, du kennst den Satz, aber „Übung macht den Meister.“ Auch wenn ich noch lange kein Meister bin, aber die Ergebnisse genügen meinen Ansprüchen und hängen nun auch in unserer Wohnung. Wichtig ist mir aber zu sagen, das ist alles nicht an einem Tag passiert. Und wenn ich heute meine ersten Versuche mit meinen neusten Werken vergleiche, sieht es einfach aus, wie wenn ein Kind gerade malen lernt. Aber sind wir ehrlich, nichts anderes ist hier passiert.
 
Das bringt mich dann auch gleich zum nächsten Punkt.
 

Sei geduldig

Geduld ist so ganz grundsätzlich nicht schlecht im Leben (auch das hast du sicher schon mal gehört). Aber ich verstehe dich. Ich bin auch ein wahnsinnig ungeduldiger Mensch. Wenn ich eine Idee habe, dann möchte ich das am liebsten sofort und jetzt gleich umsetzen. Und dann frustriert es auch manchmal, wenn es dann nicht gleich so klappt. 
 
Gerade wenn du deinen Raum aber im größeren Maße biophil umgestalten möchtest, plane damit, dass es einige Zeit brauchen wird. Vielleicht geht am Ende doch alles schneller, aber sieh biophile Raumgestaltung viel eher als einen Prozess. Habe Freude an jedem einzelnen Schritt und du wirst sehen, wie schnell du auf dem Weg vorankommst.
 

Es ist eine Reise

Ich glaube, es geht bei biophiler Raumgestaltung auch nicht darum, irgendwann fertig zu sein. Das ist definitiv eine meiner wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg. Ich kann und darf mir und anderen Zeit geben. 
 
Gerade wenn wir mit Pflanzen arbeiten, dürfen wir nicht vergessen, dass sie Lebewesen sind. Lebewesen, die wachsen und sich entfalten. Ich bin oft versucht Pflanzen schon besonders groß zu kaufen, damit gleich alles schön grün ist. Oft werde ich von meinem Freund dann liebevoll daran erinnert, dass sie von selber wachsen und sie dann schnell viel größer sind, als ich das wollte oder wir Platz zur Verfügung haben. 
 
Inzwischen kaufe ich meine Pflanzen oft kleiner. Wenn ich sie nicht eh aus eigenen Ablegern oder Samen ziehe. Und vertraue voller Vorfreude darauf, dass sie von ganz alleine wachsen und den Raum einnehmen. Und ich liebe es, das zu beobachten.
 

Erlaube dir umzuplanen

Wie ich bereits gesagt habe, ist biophile Gestaltung ein Prozess, eine Lebenseinstellung. Deswegen heißt es auch immer wieder umzuplanen und Veränderungen zuzulassen. 
 
Auch hier sind Pflanzen das beste Beispiel, weil sie wachsen und sich verändern und das für jeden sichtbar.
 
Auch du wäschst. Vielleicht nicht mehr äußerlich und (direkt) sichtbar, aber innerlich. Du entwickelst dich ständig weiter. Es kann sehr gut sein, dass sich diese Entwicklungen auch auf deine Räume auswirken oder auswirken sollten. Sei bereit dafür auch mal umzuplanen und Dinge wieder zu verändern.
 

Zurück zum Chaos

Das kann auch bedeuten, dass erstmal wieder eine Art Chaos ausbricht, weil z. B. ein neues Möbelstück hinzukommt, Platz für Sport geschaffen werden muss oder ein Kinderzimmer freigemacht werden will. Solche Veränderungen können alles etwas durcheinander bringen. Und plötzlich stehst du mitten im Chaos. Das ist vollkommen okay. Erlaube dir hier von deiner vielleicht schon geschaffenen Ordnung erstmal wieder in eine Art Chaos zu gehen und damit auch okay zu sein.
 
Im Chaos entsteht der Raum für Neues. Ich verstehe das sehr gut, wenn du diesen chaotischen Zustand so schnell wie möglich wieder verlassen willst. Ich glaube, das ist ein ganz natürlicher Drang die persönliche Ordnung so schnell wie möglich wieder herzustellen. Trotzdem, nimm dir Zeit, sei geduldig mit dir und anderen und gib dir mitten im Chaos den Raum für neue Ideen, für Ruhe, für Kreativität und für dich.
 
Und ganz wichtig, wehre dich nicht gegen Veränderung. Sie kommt sowieso. In dir und in deinen Räumen.
 

Nimm an, was (unveränderbar) ist

Es gibt Dinge, die können wir (aktuell) nicht verändern und vielleicht ist es auch nicht absehbar, wann und ob wir sie jemals verändern können. Diese Dinge finden wir meistens blöd und wenn wir gut darin sind, können wir uns an ihnen ziemlich aufreiben.
 
Diese Dinge bieten aber auch eine Art Anker in der Gestaltung. Sie sind geben und darauf kannst aufbauen. 
 
Und nein ich freue mich auch nicht immer, wenn ich merke, dass etwas bei uns in der Wohnung eben einfach nicht geht und sich auch so schnell nicht ändern lässt. Aber ich und du, wir haben immer die Möglichkeit das Beste daraus zu machen. Und ich glaube, genau darum geht es auch. Nimm das als gegeben an und mache dann das schönste drum herum. Nichts und niemand ist perfekt. Die Kunst ist es doch, trotzdem etwas ganz wunderbares daraus zu machen.
 
Auch in unserer Wohnung gibt es Dinge, die ich nicht schön finde, die ich aber nicht ändern kann. Zum Beispiel, dass wir kein Tageslicht in den Bädern haben. Aber das ist eben so. Jetzt kann ich mich hinsetzen und das blöd finden und das Bad abschreiben oder ich kann schauen, was meine Kreativität so alles hergibt, wie smart ich in Wirklichkeit bin und was ich sonst noch so alles machen kann aus den Bädern. Und falls dir hier nicht gleich Ideen kommen, vergiss den Punkt von oben mit der Geduld nicht ;).
 
 

Hast du Fragen?

Das waren meine sieben Lessons Learned aus meiner eigenen biophilen Gestaltungsreise. Ich freue mich, wenn ich dich damit inspirieren konnte und du daraus etwas für dich mitnimmst. Lass mich gerne wissen, wenn du Fragen rund um biophile Gestaltung deiner Räume hast und gib mir gerne auch Feedback, wie dir dieser Blogbeitrag gefallen hat.
 
Wenn du gerne wissen möchtest, wie du ganz konkret heute mit biophiler Gestaltung deiner Räume starten kannst, schau am besten einmal hier vorbei.