Hast du bereits mit den ersten Schritten gestartet dein Zuhause biophiler zu gestalten und gemerkt, dass es Dinge gibt, die du nicht verändern kannst? Bist du mit deinen Ideen an Grenzen gestoßen, weil dein Umfeld nicht mitmacht oder es scheinbar keinen Weg für eine Veränderung gibt?
 
Dann atme erstmal tief durch. Auch ich bin an diesen Punkt gekommen und komme es immer wieder. Ich möchte dir hier meine sechs Tipps zu diesem Thema geben und wie du damit umgehen kannst, wenn du Dinge nicht verändern kannst. Und vielleicht ist alles gar nicht so unveränderbar, wie du denkst.
 

Hinterfrage kritisch

 
Die erste Frage, die du dir immer erst einmal stellen solltest ist: Kann es wirklich nicht verändert werden? Wenn deine Antwort direkt „Ja“ ist, frag dich nochmal: Kann es wirklich, wirklich nicht verändert werden? Ganz oft nehmen wir an, dass Dinge nicht verändert werden können. Zum Beispiel weil wir es schon so lange gewöhnt sind oder weil wir annehmen, dass es anderen Mitbewohnern wichtig ist – ohne das aber wirklich zu wissen. Bevor du also weiter ließt, solltest du dich unbedingt versichern, ob das, was du für unveränderbar hältst, auch wirklich nicht verändert werden kann.
 
Ein ganz wichtiger Punkt ist hier meistens die Kommunikation. Sprich mit den Menschen, die deine Veränderung betrifft. Das kann neben der Familie, dem Partner oder anderen Mitbewohnern zum Beispiel auch der Vermieter sein. Welche dieser Menschen musst du ins Boot holen, um deine Veränderung zu realisieren? Und von welchen dieser Menschen glaubst du, dass sie gegen eine Veränderung sind und sie damit unmöglich machen? 
 
Sei diplomatisch, aber sage auch sanft und bestimmt, was du dir wünscht!
 

Teile und Herrsche

 
In der Informatik gibt es einen Algorithmus, der nennt sich „Divide-and-Conquer“ – also so viel wie „Teile und Herrsche“. Divide-and-Conquer ist ein Algorithmus zur Problemlösung. Und diesen Algorithmus kann man an vielen Stellen auch im Alltag verwenden und möglicherweise auch hier.
 
Denn vielleicht kannst du nicht dein ganzes Problem auf einmal lösen, nicht alles, was dich stört, verändern. Aber du kannst dein Problem vielleicht zunächst in mehrere Unterprobleme zerlegen. Überlege dir, was genau dich alles stört. Gibt es da mehrere Aspekte? Setzt sich das Ganze aus mehreren Einzelheiten zusammen?
 
Zum Beispiel im Bad:
  • Zu wenig/kein Tageslicht
  • Alte Fließen, die dir nicht gefallen
  • kein Platz für Deko
 
Vielleicht kannst du nicht für alles, aber für einzelne Aspekte davon eine Lösung finden.
 
 

Sei (un)realistisch und lass Neues zu

 
Gerade bei Dingen, die wir meinen nicht verändern zu können, hilft es auch mal unrealistisch zu sein. Manchmal müssen wir uns aus unserer eigenen Beschränktheit befreien, um wirklich neue Ideen und Lösungen entwickeln zu können. Das geht am besten, wenn wir die Schranken einmal runternehmen. Überlege dir deshalb mindestens fünf (un)realistische Lösungen für dein Problem. 
 
Ohne den inneren Kritiker einfach mal alle Möglichkeiten zuzulassen, seien sie noch so unrealistisch, weitet unser Denken. Und auf einmal entstehen völlig neue Bilder in unserem Kopf.
 
Möglicherweise hilft es dir auch, etwas Abstand davon zu bekommen. Mach einen Spaziergang, trink einen guten Tee oder tu einfach etwas, was dir gut tut und dich auf ganz andere Gedanken bringt. Und dann kommt plötzlich doch noch eine Idee, mit der du schon gar nicht mehr gerechnet hast.
 

Zeitlich absehbar

 
Es kann auch helfen, dir zu überlegen, ob deine unveränderbare Hürde nicht vielleicht zeitlich begrenzt ist. Ob du es quasi absehen kannst, dass sich hier in Zukunft etwas verändern kann. Wie lange wird es dauern, bis eine Veränderung möglich wird? Nicht alles bleibt auf ewig so, wie es ist. Auch wenn es vielleicht noch eine Weile hin ist, bis du dieses oder jenes verändern kannst, macht es das Ganze leichter, wenn es zeitlich absehbar ist.
 
Vorfreude ist ja bekanntlich ohnehin die schönste Freude. Wenn du merkst, dass eine Veränderung in absehbarer Zeit Realität wird, kannst in aller Ruhe Pläne machen und dir ausmalen, was du dann gerne umsetzen möchtest. Geduld ist auch eine der sieben Lessons Learned, die ich immer wieder lernen darf.
 

Annehmen und das Beste draus machen

 
Wenn all das nichts hilft und es hier wirklich nichts zu rütteln gibt, dann darfst du diese Herausforderung nun dankend annehmen und anschließend beweisen wie kreativ und smart du bist. 
 
Ja, es klingt super abgedroschen, wenn ich sage: „Mach das Beste draus.“ Aber so ist es. Was meine ich damit? Wir beginnen, Dinge, die uns stören oder die wir nicht annehmen wollen, oft sehr stiefmütterlich zu behandeln. Anstatt das Beste draus zu machen, lehnen wir es weiterhin ab und scheuen uns davor Energie zu investieren, um das Ganze so angenehm und schön wie möglich zu machen. Aber genau das lohnt sich. Es lohnt sich immer das Bestmögliche zu geben, wirklich kreativ und smart zu sein und auch das Unperfekte anzunehmen.
 
Ablehnung macht das Ganze nur noch schlimmer und gleichzeitig kostet es ständig Energie die Ablehnung aufrecht zu erhalten. Durch das ständige Ablehnen, reiben wir uns daran auf. Deswegen entscheide in deinem besten Sinne. Überlege dir, was gut ist und dann mach wirklich das Beste draus, auch wenn es vielleicht nicht perfekt ist, aber es ist das Bestmögliche!
 

Auf das Positive fokussieren

 
Und dann kommt der Moment, an dem es gut ist. Was immer es ist, was du gerade nicht verändern kannst. Lass es gut sein. Du hast jetzt lange genug drüber nachgedacht und wenn es aktuell keinen Weg gibt es zu verändern, fokussiere dich auf das Positive. 
 
Am besten wäre natürlich wenn du direkt in deinem Problem etwas positives finden kannst. Zum Beispiel:
 
„Ich kann das nicht verändern.“ > „Ich spare Geld, weil ich keine Badrenovierung bezahlen muss.“
„Ich kann das nicht verändern.“ > „Ich spare Zeit und Nerven, weil ich keinen langen Umbau machen muss.“
„Ich kann das nicht verändern.“ > „Ich kann zeigen, wie smart und kreativ ich bin, indem ich meine Pläne anpasse.“
 
Und hier noch ein Beispiel aus meinem Leben:  Ich finde es zum Beispiel nicht wahnsinnig schön, dass wir kein Tageslicht im Bad haben. Aber ich kann es leider beim beste Willen nicht ändern. Aber hey, zumindest ein Fenster, das ich weniger putzen muss 🤷🏻‍♀️
 
Wenn es dir gelingt, diesen Zustand in etwas positive umzuformulieren, wundervoll! Wenn nicht, ist das auch okay. Lass es trotzdem los. Es gibt immer den Moment, an dem wir aufhören sollten weiter drüber nachzudenken und uns auf etwas anderes konzentrieren dürfen. 
 
Selbst wenn du also in der Sache selbst nicht direkt etwas positives erkennen kannst, konzentriere dich auf alles Positive drum herum. Da ist so viel Gutes, so viel Schönes, so vieles, was schon passt und wofür du dankbar sein kannst. Fang hier an. Es wird dir auf Dauer mehr Energie geben, wenn du dich auf diese Aspekte fokussierst. Und wer weiß, was dann plötzlich alles möglich wird.