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Der Name Juni geht auf die römische Göttin Juno zurück. Die Göttin Juno ist unter anderem Schutzgöttin für Bindungen und Beziehungen in unserem sozialen Umfeld. Der Juni ist deshalb eine gute Zeit sich einmal Gedanken zu den eigenen Beziehungen zu machen.
 
Die Basis für eine gute Beziehung zu sich selbst und mehr Selbstliebe war bereits im letzten Beitrag zum 06. Juni Thema. Im voranschreitenden Juni kannst du das noch mal vertiefen. Gleichzeitig lädt die Natur uns ein, klar darüber zu werden, welche anderen Beziehungen unserem persönlichen Wachstum und unserer Entfaltung gut tun und welche uns eher einschränken und hemmen.
 

Beziehungen sind Teil unseres Ökosystems

Genau so wie Pflanzen, Tiere und ihre Umwelt in einem ständigen Austausch miteinander stehen, tun es auch wir Menschen miteinander. (Natürlich stehen auch wir mit der Natur im Austausch, denn auch wir sind Teil der Natur). Ein Ökosystem beschreibt die Verbindungen oder Beziehungen von Tieren, Pflanzen, anderen Organismen und deren unbelebter Umwelt. Es gibt Arten, die sich gegenseitig im Wachstum oder der Entfaltung unterstützen. Genauso gibt es Arten, die das Wachstum anderer Arten hemmen. 
 
Bei menschlichen Beziehungen ist das nicht anders. Oft spüren wir ganz intuitiv, welche Menschen uns Energie geben, uns inspirieren zu neuen Ideen, uns Mut schenken für neue Wege oder uns einen Raum geben, in dem wir einfach wir selbst sein können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die uns hemmen. Wir trauen uns ihnen gegenüber möglicherweise nicht unsere Meinung zu sagen oder zu unseren Bedürfnissen zu stehen. Oder wir fangen an gegen unsere eigenen Werte zu verstoßen. Manchmal sind es aber auch Beziehungen, die uns einfach die Energie entziehen. Nach Treffen oder Telefonaten fühlen wir uns leer und schlapp.
 

Gute Bedingungen schaffen für das eigene Wachstum

Im Juni stehen in der Natur alle Zeichen auf Wachstum. Alles möchte sich entfalten. Vielleicht verspürst du gerade auch einen gewissen Tatendrang, den Wunsch etwas anzugehen, neu zu machen, etwas zu starten oder weiterzukommen mit deinen Projekten. Die Natur lebt es uns ja gerade in jedem Atemzug vor.
 
Aber die Natur zeigt uns auch, dass für ein gutes Wachstum die Bedingungen passen müssen. Sonne, Wasser, Wärme – alles muss im richtigen Maße zusammen kommen, damit ein Same wachsen und sich entfalten kann. 
 
Übung: Ein Blick auf deine Beziehungen
Das gilt nicht nur für Pflanzen, sondern auch für uns Menschen. Auch du brauchst das richtige Umfeld, um wachsen und dich entfalten zu können. Um zu verstehen, wie du an dieser Stelle besser für dich sorgen kannst, kannst du eine Bestandsaufnahme deiner Beziehungen machen. Überlege dir zum Beispiel mithilfe folgender Fragen, welche Menschen in deinem Umfeld dir gut tun:
 
  • Welche Menschen geben mir Kraft oder Mut?
  • Welche Menschen inspirieren mich?
  • Welche Menschen bringen mich auf neue Ideen?
  • Wenn ich mich mit diesem Menschen treffen, fühle ich mich danach voller Energie?
  • Bei welchen Menschen fühlst du dich wohl und angenommen, so wie du bist?
  • Gegenüber welchen Menschen kann ich meine innere Wahrheit aussprechen?
  • Bei welchen Menschen fühle ich mich zu Hause?
  • Welche Menschen fordern mich auf eine positive Art heraus?
 
Überlege dir auch, welche Menschen dir weniger gut tun und dich eher Energie kosten:
 
  • Welche Menschen ziehen mich runter?
  • Wenn ich mich mit diesen Menschen treffe, fühle ich mich danach leer und energielos?
  • Bei welchen Menschen habe ich das Gefühl mich verbiegen und anpassen zu müssen?
  • Im Umfeld welcher Menschen kann ich nicht zu meinen Werten und Meinungen stehen?
  • Gegenüber welchen Menschen habe ich das Gefühl meine Überzeugungen nicht äußern zu können?
 
Menschen, die dir bei den ersten Fragen einfallen, sind ganz sicher Menschen, die deinem persönlichen Ökosystem sehr gut tun. Beziehungen zu diesen Menschen unterstützen dein Wachstum, deine Kreativität und deine Entfaltung. Konzentriere dich auf diese Menschen und verbringe möglichst viel Zeit mit ihnen. Das kann ein persönliches Treffen, Austausch, das Lesen eines Blogs oder ein Podcast dieser Person sein. Die Aussage „möglichst viel Zeit“ bezieht sich auf die Zeit, die du gerne mit anderen Menschen verbringst. Es ist natürlich absolut richtig und wichtig Zeiten zu haben, die du ausschließlich mit dir selbst verbringst – egal wie viel Zeit das ist.
 
Die Auswertung der Fragen ist, wie oben bereits geschrieben, eine Bestandsaufnahme und bedeutet nicht, dass du alle Beziehungen zu Menschen aus dem zweiten Fragenteil abbrechen musst. Frage dich doch erstmal, warum diese Beziehung belastend für dich ist. Kannst du eine Ursache erkennen? Ist es möglicherweise nur eine vorübergehende Situation? Es heißt auch nicht, dass diese Beziehungen immer „schlecht“ für dich sind. Vielleicht kannst du sogar selbst etwas an diesem Zustand ändern? Oder etwas positives darin erkennen?
 
Die Auswertung der Fragen zeigt lediglich, dass diese Beziehung dir gerade nicht leicht fallen oder dich Energie kosten, anstatt dir Energie zu geben. Auch das ist nichts schlimmes, solange du genug Energie hast. An dieser Stelle ist es wichtig, eine Balance zu finden. Ist das Verhältnis ausgewogen? Ist das ein funktionierendes Ökosystem für dich? Hast du genug Energie, um diese Beziehungen mitzutragen? Oder ist es doch eine Beziehung, auf die du in Zukunft verzichten möchtest? Am Ende kannst nur du das für dich entscheiden. 
 

Die Beziehung zu dir selbst stärken

Wenn wir von Beziehungen reden, vergessen wir manchmal sehr schnell, die wichtigste Beziehung in unserem Leben: die Beziehung zu uns selbst. Auch diese Beziehung möchte gepflegt und wertgeschätzt werden. Ein schönes Sprichwort sagen: „Wir können immer nur das geben, was wir uns selbst geben.“ Das heißt, wenn wir nicht bereit sind, uns selbst Liebe, Zuneigung, Vertrauen oder Wertschätzung gegenüber aufzubringen, können wir es auch nicht gegenüber anderen Menschen.
 
Bevor wir uns ausschließlich Gedanken über Beziehung zu anderen Menschen machen, dürfen wir uns auch liebevoll der Beziehung zu uns selbst widmen. Mit einem Brief an dich selbst hast du die Möglichkeiten einen sehr guten Überblick über die Beziehung zu dir selbst zu bekommen. Und sicher gibt es hier auch noch viele andere Wege. Um so bewusster du dir über die Beziehung zu dir selbst bist, um so leichter wird es dir fallen, bewusste Beziehungen zu anderen Menschen zu führen.
 
Mir fällt selbst immer wieder auf, wie oft ich das Verhalten anderer Menschen ablehne oder verurteile, weil ich mir selber nicht zugestehe genau so zu sein. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie es mich nervt, wenn andere planlos sind und mich zum Beispiel auf den letzten Drücker um einen Gefallen bitten. Es nervt mich nicht, weil ich keine Zeit hätte diesen Gefallen zu erfüllen. Es nervt mich, weil ich mir selbst nicht erlaube, in dieser Situation nach Hilfe oder Unterstützung zu fragen.
 

Wer will ich sein

Wenn du dir klar darüber bist, welche Beziehung du dir selbst gegenüber führen möchtest, kannst du diese Beziehung auch gegenüber anderen Menschen führen. Dann hast du die Freiheit wirklich zu entscheiden, wer du in Beziehungen sein möchtest und bist nicht gefangen in deinen eigenen Gefühlen. Du kannst wählen, welche Qualität deine Beziehungen haben. Was sich als dein natürliches Ökosystem wiederum auf dich selbst auswirkt. So entscheidet die Beziehung zu dir selbst ganz maßgeblich darüber, welche Beziehungen du mit anderen Menschen lebst.
 
Es tut so gut inspirierende, mutige und authentische Menschen voller Energie, Ideen und Kreativität um sich zu haben. Das Leben wird so viel schöner, wenn wir in einem gesunden und stabilen Umfeld leben. Ein Ökosystem, das uns Impulse gibt zum Wachstum und zur Veränderung. Ein Netzwerk, das uns den Mut gibt zu springen und das uns auffängt, wenn die Flügel mal nicht stark genug sind.
 
Wer hat die Kraft dir Flügel zu schenken?