Wie bereits erwähnt, sind für mich Pflanzen eines der wichtigsten Elemente in biophiler Raumgestaltung. Denn mit Pflanzen können wir uns ein Stück lebendige Natur nach Hause holen. Zimmerpflanzen sind für mich eine der intensivsten und schönsten Verbindungen zur Natur, die wir auch zu Hause genießen können.
 
Ich selbst habe in meinem kleinen Indoor-Dschungel inzwischen mehr als 50 Pflanzen. Über die Jahre habe ich viel gelernt und möchte meine Tipps rund um Zimmerpflanzen nun gerne in einer kleinen Serie zu Zimmerpflanzen weitergeben. Letzte Woche habe ich in Teil 1 der Serie gezeigt, wie du die passende Zimmerpflanze für dich findest.
 
Im heutigen Blogbeitrag geht es um den Einzug einer neuen Zimmerpflanzen und wie du ihr die Eingewöhnung so gut wie möglich gestalten kannst. Damit deine neue Zimmerpflanze sich so richtig wohlfühlt bei dir.
 

3 Tipps für den Einzug einer neuen Zimmerpflanze

Der Einzug oder Umzug einer Pflanze bedeutet meistens erstmal Stress für die Pflanze. Aber mit diesen drei einfachen Schritten, kannst du deiner Zimmerpflanze den Ein- oder Umzug so gut wie möglich gestalten und dafür sorgen, dass sie sich schnell bei dir einlebt.
 

1. Deine Pflanze aufmerksam beobachten

Der erste Schritt ist, deine Pflanze aufmerksam zu beobachten. Das klingt vielleicht langweilig oder trivial ist aber extrem wichtig.
Bei mir passiert dieses Beobachten meistens sehr unterbewusst. Ich glaube, Frauen haben da allgemein eine weitere Wahrnehmung als Männer.  Vielleicht liegt es daran. Oder es ist viel Erfahrung.
Ziel dieser Aufgabe ist es, einen Blick für die Pflanze(n) zu entwickeln. So erkennst du schnell, ob und was deiner Pflanze fehlt.
Besonders am Anfang, es ist sehr wichtig regelmäßig nach deiner Pflanze zu schauen. Am besten täglich oder sogar morgens und abends. Im ersten Schritt geht es auch gar nicht darum, irgendetwas zu verändern. Beobachte erstmal. Haben sich die Blätter verändert? Rollen sie sich ein? Schaut die Pflanze allgemein gesund und fit aus oder eher schlaff? Bilden sich neue Triebe, Blätter oder Blüten? Sterben Blätter ab oder werden sie gelb?
All das ist wichtig. Es geht nicht darum direkt etwas zu verändern. Es geht darum, Veränderungen der Pflanze erstmal wahrzunehmen.
Was dabei helfen kann, ist eine gute Verbindung zu deinen Pflanzen aufzubauen. Was ich damit meine und warum du dafür nicht mit deinen Pflanzen sprechen musst, erfährst du am Ende des Blogbeitrags. Da findest du auch drei Übungen für eine tiefere Verbindung zu deinen Pflanzen.

2. Bedingungen für deine Zimmerpflanze eine Weile testen

Wenn du meinen letzten Artikel aufmerksam gelesen und den Standort für deine neue Zimmerpflanze bewusst ausgewählt hast, sollte es die Pflanze hier auf jeden Fall eine Weile aushalten ohne gleich einzugehen.
Im zweiten Schritt geht es jetzt darum, deiner Pflanze (unter Beobachtung – siehe Schritt 1) Zeit zu geben sich bei dir einzuleben.
Einige Veränderungen, wie absterbende oder welke Blätter können nämlich auch Folgen des Umzugs Ansicht sein. Es gibt Pflanzen, die vertragen z. B. keine Zugluft. Wenn die  Pflanze beim Transport nach Hause kühlen Temperaturen oder Zugluft ausgesetzt war, kann es sein, dass sich diese Schäden erst bei dir zu Hause zeigen. Das hat dann aber nichts mit einem ungeeigneten Standort zu tun, sondern ist durch den Transport bedingt.
Deswegen möchte ich dir raten, erstmal eine Weile abzuwarten, bevor du gleich etwas veränderst.

3. Falls nötig, nachjustieren

Wenn sich allerdings nach mehreren Tagen oder Wochen des Beobachters keine Besserung einstellt, solltest du vorsichtig beginnen, die Standortbedingungen zu verändern. Am besten nicht gleich alles auf einmal, sondern nach und nach. Starte z. B. mit den Lichtverhältnissen oder der Luftfeuchtigkeit.

Wenn du dich im Vorfeld informiert und deine Pflanze aufmerksam beobachtet hast, hast du vermutlich schon eine Idee, wo du ansetzen könntest. Wenn nicht, recherchiere einfach jetzt danach.

Manche Menschen neigen dazu vom einen Extrem ins andere zu gehen. Das macht wenig Sinn und bedeutet auch für die Pflanze erneut Stress. Ich gehe davon aus, dass du deine Zimmerpflanze bereits nach besten Wissen und Gewissen platziert hast und dich vorab zu den Standortbedingungen informiert hast. So falsch kannst du also nicht liegen. Es gibt keinen Grund vollkommen ins andere Extrem umzuschlagen.
 

Wie du eine tiefere Verbindung zu deinen Zimmerpflanzen aufbaust 

Ich habe das Gefühl, dass viele Zimmerpflanzen eingehen oder nur vor sich hin vegetieren, weil die Besitzer gar keine richtige Verbindung zu ihnen haben. Meiner Meinung nach brauchst du aber eine Verbindung zu deinen Pflanzen, besonders dann, wenn es mal mehr als zehn werden soll oder du dir sogar einen Indoor-Dschungel wünscht.
 
Mit Verbindung meine ich nicht, dass du mit deinen Zimmerpflanzen sprechen musst oder sonst irgendwelche verrückten oder esoterischen Dinge. Verbindung bedeutet für mich, dass du verstehst, was deiner Pflanze fehlst, es rechtzeitig merkst und ggf. handelst.
 
Ich habe hier drei Übungen aufgeschrieben, die du nutzen kannst, um die Verbindung zu deinen Pflanzen zu vertiefen. Diese Übungen kannst du nicht nur in den ersten Wochen, sondern immer machen, solange du Zimmerpflanzen hast.
 

1. Morgen- oder Abendroutine mit deinen Pflanzen

Du kannst die Pflege deiner Pflanze auch wunderbar in eine Morgen- oder Abendroutine einbauen. Nimm dir bewusst Zeit, um am Anfang oder Ende des Tages nochmal bewusst jede deiner Pflanzen zu betrachten, zu erkennen, was sich vielleicht verändert hat und wie es ihr geht. Genieße das als eine Art Achtsamkeitsübung, bei dir du dich voll und ganz auf deine Pflanze(n) konzentrierst. Das kann sogar zu einer Art Pflanzenmeditation werden.
Egal ob morgens oder abends, beides tut sehr gut und kann entweder ein schöner Start in den Tag oder ein beruhigender Ausklang des Tags sein. Probier es einfach mal aus.

2. Eine physische Verbindung aufbauen

Die Verbindung zu einer Pflanze kann auch auf einer physischen Ebene stattfinden. Denn auch mit deinen Händen kannst du vorsichtig erfühlen, wie es deiner Pflanze geht. Dazu kannst du …
  • … die Erde im Topf fühlen. Prüfe, ob die Erde feucht genug oder schon zu trocken oder sogar hart getrocknet ist. Vielleicht ist die Erde auch zu feucht und deine Pflanze steht im Wasser. Viele Pflanzen vertragen das nicht und die Wurzeln faulen ab. Wenn du nicht eindeutig sehen kannst, ob deine Pflanze Wasser braucht, empfehle ich vor dem Gießen immer mit den Händen zu prüfen, wie trocken oder feucht die Erde ist, um die Pflanze nicht zu ertränken. Außerdem kannst du prüfen, ob die Erde gut verteilt ist und ob sich überhaupt genug Erde im Topf befindet. Hintergrund ist, dass die Erde im Laufe der Zeit zusammensackt oder aus dem Topf ausgespült wird.
  • … die Blätter deiner Pflanze vorsichtig fühlen. Spüren ob genug Spannung bzw. Leben in den Blättern ist oder ob sie schlaff herunterhängen. Um das genau beurteilen zu können, musst du natürlich wissen, wie sich deine Pflanze im gesunden und vitalen Zustand anfühlt. Achtung: Diese Übung geht nicht bei allen Pflanzen. Einige haben gar keine Blätter, Stacheln und Wiederhaken an ihren Blättern. Andere sind giftig, wie z. B. die Dieffenbachia.
 

3. Mehr über deine Pflanzen lernen und erfahren

Zum Abschluss habe ich noch zwei Übungen, mit denen du das Beobachten deiner Pflanzen noch intensivieren und somit mehr über deine Pflanzen lernen kannst:

  • Deine Pflanzen filmen: Du kannst deine Pflanzen zum Beispiel über einige Zeit (z. B. 1-4 Tage) mit einer Kamera filmen. Am besten mit Zeitraffer. Du wirst erstaunt sein, was du alles sehen und feststellen kannst. Wie schnell Pflanzen wachsen und wie sie sich auch bewegen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich Pflanzen, die schnell wachsen oder sich beim Ranken bewegen, besonders gut eignen. Wir selbst haben das schon mehrfach mit unserer Kurkuma gemacht und dem Kraut der Unsterblichkeit gemacht. Es ist absolut faszinierend, was man dabei beobachten kann.
  • Ein Pflanzenjournal führen: In einem Pflanzenjournal kannst du all deine Beobachtungen zu deinen Pflanzen notieren und auch zurückverfolgen. Oft reichen ein paar Worte oder Sätze. Ich selbst habe das dieses Jahr auch für unseren Garten gemacht. In meinem Journal habe ich notiert, wann was geblüht und Frücht getragen hat, wann wir gesät und wann geerntet haben. Für Zimmerpflanzen kannst du z. B. die Größe (Höhe, Durchmesser usw.), die Blattanzahl, die Blütezeit oder die Anzahl der Blüten notieren. Je nachdem, was bei deiner Pflanze sinnvoll und möglich ist. Zusätzlich kannst du die Entwicklung auch mit Fotos dokumentieren.

 

 

Weitere Tipps zur Pflege von Zimmerpflanzen findest in Teil 1 und Teil 3 meiner Blogserie. Falls du Fragen rund um das Thema hast, schreibe mir gerne in die Kommentare oder per Mail.

 

Ich freue mich von dir zu hören!

Alles Liebe!

Katharina